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Fachrichtung Betagtenbereich: Annina Zalud

Als Annina Zalud nach Abschluss der Sek B nicht recht wusste, in welche Richtung sie sich beruflich bewegen sollte, entschloss sie sich, für ein Jahr nach Genf zu ziehen, um dort als Au Pair zu arbeiten. „Das Zusammensein mit den Kindern der Familie war eine gute Erfahrung“, erzählt die heute 20-Jährige. Da sie später vielleicht selber Mutter werde, und sie nicht das ganze Leben um Kinder herum sein wolle, interessierte sie sich aber für einen anderen Betreuungsbereich. „Zu ältern Menschen hatte ich immer einen guten Draht“, erzählt Annina Zalud. Kurz vor ihrem Welschlandjahr war ihr Grossvater im Sterben gelegen. Sie hatte ihn oft besucht, und hatte auch wenige Minuten bevor er zu Hause verstarb, seine Hand gehalten. „Das war ein sehr spezielles Erlebnis“, erinnert sie sich. Noch von Genf aus verschickte sie Bewerbungen an Altersheime, die mehr oder weniger in der Nähe von Winterthur liegen, wo sie zusammen mit ihrer Mutter lebt. Mit Erfolg: Im städtischen Altersheim Sydefädeli in Zürich absolvierte sie nach Abschluss des Welschlandjahres eine Schnupperlehre, bevor sie im Stadtzürcher Altersheim Laubegg mit der Lehre als Fachfrau Betreuung im Betagtenbereich beginnen konnte.   

Mittlerweile ist sie im dritten Lehrjahr. „Am Anfang war die Arbeit im Team eine Umstellung. Die Praxis ist sehr anders als die Schule“, erzählt Annina Zalud. Im ersten Jahr war sie ein wenig enttäuscht, dass die Pflege in ihrem Alltag einen weit grösseren Stellenwert einnahm als die begleitende, emotionale Betreuung, die sie sich erhofft hatte. Im dritten Jahr der Ausbildung liegt der Schwerpunkt nun auf der Betreuung: „Der Morgen ist für die Pflege reserviert. Nachmittags sind oft verschiedene Aktivitäten angesagt. Ich spiele, spaziere, singe, turne oder backe mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Das gefällt mir sehr. Mittlerweile kenne ich auch die individuellen Bedürfnisse“, sagt Annina Zalud. Die alten Menschen seien sehr verschieden: „Die einen sehen mich als Pflegekraft, die anderen nehmen mich auch als Person wahr. Einige sind eher verschlossen, andere erzählen mir aus ihrem Leben. Das ist immer wieder schön. Und wenn ich ihnen etwas Gutes tun konnte und sie danach lächeln, freut mich das jedes Mal.“ Auffallend sei die Geduld, die alte Menschen hätten: „Sie gehen auch sehr sorgfältig mit Gegenständen um und versuchen sogar die ältesten Sachen noch zu reparieren. Man merkt, dass sie nicht in einer Wegwerf-Gesellschaft gelebt haben.“ Ebenso eindrücklich sei die Bescheidenheit: „Einmal hat mir eine Frau erzählt, ihr Mann habe ihr das ganze Leben lang abends die Bettdecke aufgeschlagen und ihr das Nachthemd bereit gelegt. Sie sagte mir: ‚Das wünsche ich jeder Frau auf der Welt’. Heute sind die Ansprüche so viel höher. In solchen Momenten wird mir das sehr bewusst.“

Nach der Lehre hat Annina Zalud fest vor, weiter mit alten Menschen zu arbeiten. Ob sie sich später noch zur Sozialpädagogin oder zur Pflegefachfrau ausbilden lassen wird, lässt sie derweil noch offen.

 

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